Innovation

Die Forschergruppe war aus einer Vielzahl verschiedener Gründe innovativ. Obwohl interdisziplinäre Forschung inzwischen auch in der Grundlagenforschung weit verbreitet ist, sind anwendungsorientierte Disziplinen wie Architektur oder Umwelt-/Stadtplanung nur selten an Forschungsgemeinschaften, die Grundlagenforschung in naturwissenschaftlich und technisch ausgerichteten Forschungsprojekten betreiben, beteiligt.

Wir wollten Antworten auf Fragen der Grundlagenforschung in allen beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen geben. Wir beabsichtigten nicht sofort nutzbare Anwendungen zur Problemlösung zu entwickeln. Wir wollten jedoch direkt und signifikant die Entwicklung und Erprobung solcher Anwendungen unterstützen.

Im Gegensatz zu anderen Forschungsprojekten mit dem Thema "Hitzestress in Städten" analysierten wir keine kurzen Zeiträume mit idealisierten Bedingungen wie z.B. Wettersituationen, die sich durch einen wolkenlosen Himmel sowie hohe Strahlungsintensitäten in Kombination mit hohen Lufttemperaturen und geringen Windgeschwindigkeiten auszeichnen. Stattdessen führten wir eine Reanalyse realer Wetterverhältnisse mit einer hohen räumlichen (bis auf wenige Meter) und zeitlichen (eine Stunde) Auflösung für einen Zeitraum von mehr als einer Dekade durch. Dies ermöglichte uns die tatsächlich auftretenden Fälle erhöhter Hitzestressgefahren und -risiken als auch die Effektivität von Maßnahmen zur Reduktion von Hitzestressrisiken zu untersuchen.

Wir nutzten in der gesamten Forschergruppe ein formal striktes Risikokonzept, basierend auf etablierten Bestandteilen der Erforschung von Naturkatastrophen, jedoch in einer neuen Kombination, welche den Einsatz zur Quantifizierung aller mit Hitzestressrisiken verbundenen Variablen ermöglichte. Sowohl die Gefährdung durch Hitzestressrisiken als auch deren Schadenspotential wurde auf der Basis bestehender Daten für die Dekade von 2001 bis 2010 analysiert.

Die Forschergruppe verfolgte mit der ganzjährigen Bewertung der Effizienz von Maßnahmen, die nachweislich effektiv gegen Hitzestress wirken, einen bisher einzigartigen Ansatz. Der Einsatz räumlich verteilter Wetterdaten für das Winterhalbjahr ermöglichte die Analyse des mittleren jährlichen Energieverbrauchs von Gebäuden an unterschiedlichen Standorten, mit unterschiedlicher Begrünung (einschließlich Fassadenbegrünung) sowie unterschiedlichem Gebäudedesign oder unterschiedlicher Technologien.

Die Forschergruppe nutzte ein breites Spektrum aktueller wissenschaftlicher Methoden, das Experimente, physikalisch basierte Modellierungen, GIS-Technologien ebenso wie Methoden der Architektur, der Planung und der Sozialwissenschaft umfasst.

Kontakt

Sprecher:
Prof. Dr. Dieter Scherer (TUB)
Co-Sprecher:
Prof. Dr. Tobia Lakes (HUB)
Koordination:
Dr. Ute Fehrenbach (TUB)
Dr. Fred Meier (TUB)
 

Neuigkeiten

Übersicht über das UCaHS-Messnetz:

UCaHS Observation Network
Neueste Publikationen:
Donner, J., Sprondel, N. F. and J. Köppel (2017): Climate Change Adaptation to Heat Risk at the Local Level: A Bayesian Network Analysis of Local Land-Use Plan Implementation. Journal of Environmental Assessment Policy and Management, 19 (2).
Nachfolgende Projekte:

Hitzewellen in Berlin, Deutschland - Stadtmodifikationen

BMBF-Fördermaßnahme Stadtklima im Wandel