Arbeitshypothesen

Folgende Arbeitshypothesen bilden die Grundlage des Forschungsansatzes:

  1. Mittels eines modellbasierten Ansatzes wurde mit hinreichender Genauigkeit für die Analyseperiode 2001 – 2010 eine Reanalyse der mit Hitzestress in Zusammenhang stehenden atmosphärischen Prozesse durchgeführt. Wir gingen davon aus, dass wir aus der Reanalyse ableitbare Hitzestressgefahren und Risiken quantifizieren können. Zur Bewertung des Risikos setzten wir umfangreiche, geeignete und für Berlin für diese Dekade verfügbare Risikodatensätze ein. Szenario-basierte Projektionen, die den urbanen Klimawandel sowie verschiedene Stadtentwicklungen berücksichtigten, waren geplant um der Forschergruppe Einblicke in mögliche zukünftige Hitzestressgefahren und Risiken in Berlin für die Dekade 2041 bis 2050. Die städtischen Entwicklungen sollten dabei nicht nur räumliche Muster von Landnutzungs- sowie Landbedeckungsänderungen, sondern auch technologische und nicht-technologische Aspekte beinhalteten.

  2. Es gibt viele effektive technische und nicht-technische Maßnahmen zur Reduzierung von Hitzestressrisiken in Städten der Mittelbreiten, nichtsdestotrotz müssen diese, um effizient zu sein, sorgfältig entwickelt und kombiniert werden. Strukturelle, räumliche und gesellschaftliche Muster der Vulnerabilität im Zusammenhang mit Hitzestress erfordern spezifische Maßnahmenkombinationen z.B. die Klimatisierung von Räumen in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen oder die Umstrukturierung von Stadtquartieren mit schlechter Bausubstanz, die von sozial schwächer gestellten Mitbürgern bewohnt werden.

Der Klimawandel wird Hitzestressgefahren und Risiken verstärken. Maßnahmen zur Reduzierung der Hitzestressrisiken werden deshalb wichtige Elemente von Anpassungsstrategien an den Klimawandel sein. Leider basieren die bisher effektivsten Maßnahmen auf aktiven Technologien wie Klimaanlagen, welche weitere Treibhausgasemissionen verursachen. Durch nicht-technischen Maßnahmen im Bereich der Stadt- und Umweltplanung sowie der Politik in Kombination mit einer verbesserten Nutzung von städtischem Grün und neuen passiven Gebäudetechnologien, können Synergien zwischen Maßnahmen der Anpassung und der Minderung generiert werden, durch die sich Hitzestressprobleme effektiv und effizient lösen lassen. Neue, energieeffiziente aktive Technologien werden von besonderem Interesse sein, wenn sie in Gebäuden unterschiedlicher Größe, Funktion und Design Anwendung finden und ökonomisch attraktiv sind. Eine erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen erfordert außerdem, dass die komplexen Konstellationen unterschiedlichster Akteure beachtet werden.

Kontakt

Sprecher:
Prof. Dr. Dieter Scherer (TUB)
Co-Sprecher:
Prof. Dr. Tobia Lakes (HUB)
Koordination:
Dr. Ute Fehrenbach (TUB)
Dr. Fred Meier (TUB)
 

Neuigkeiten

Übersicht über das UCaHS-Messnetz:

UCaHS Observation Network
Neueste Publikationen:
Donner, J., Sprondel, N. F. and J. Köppel (2017): Climate Change Adaptation to Heat Risk at the Local Level: A Bayesian Network Analysis of Local Land-Use Plan Implementation. Journal of Environmental Assessment Policy and Management, 19 (2).
Nachfolgende Projekte:

Hitzewellen in Berlin, Deutschland - Stadtmodifikationen

BMBF-Fördermaßnahme Stadtklima im Wandel